Neue Technik versus Klimaschutz
Argument:
- Mit der Entwicklung neuer Technik werden wir die Fragen der Klimakrise in den Griff bekommen. Zusätzliche Maßnahmen sind kontraproduktiv und gefährden den Wirtschaftstandort und den Wettbewerb.
Gegenargument:
- Botschaft 1: Technik auch früher nicht nur hilfreich
- Botschaft 2: Technische Maßnahmen gaukeln uns vor alles zu können
- Botschaft 3: Techn. Maßnahmen benötigen gewaltige Veränderungen
- Botschaft 4: Zeitraum wichtig, daher auch techn. Maßnahmen tlw. notwendig
- Botschaft 5: Entscheidungsfrage für geotechn. Maßnahmen problematische und ungeklärt
- Botschaft 6: Geotechnische Maßnahmen bestenfalls Übergangslösung
B1: Technik auch früher nicht nur hilfreich: Die Technik war ein Motor für Entwicklung, aber nicht immer nur hilfreich. Viele Menschen glauben, dass Technik, wie auch in den Jahrhunderten davor, der Teil ist, auf den die Menschheit vertrauen kann. Einerseits hängt dies mit der Erfahrung der Geschichte der letzten z.B. 500 Jahre zusammen, die durch stetige Weiterentwicklung der Technik unser Leben bestimmt hat und uns auch zu einer besseren, vor allem für viele Menschen des Abendlandes, angenehmeren Lebenssituation verholfen hat. Dass dies global nicht stimmt, lassen wir erst einmal vorneweg. So wird dieser Glaube auch als Allheilmittel für unsere Umweltverschmutzung, CO2_Anstieg, Temperaturanstieg und damit einhergehende Katastrophen und sozialen Verwerfungen angesehen.
B2: Technische Maßnahmen gaukeln uns vor alles zu können: Neue Lösungen und Versprechen finden sich in vieler Hinsicht. Die Frage der ausreichenden Entwicklung stellt sich aber, vor allem unter dem Aspekt der erforderlichen Schnelligkeit mit dem wir neue Lösungen bräuchten. Marktreife ist eine erforderliche Seite, die andere jedoch die Kapazitäten, die erforderlich sein müssten, um die BECCS (Bioenergy with Carbon Capture and Storage) oder die CO2-Speicherung im Erdinneren, bei denen Gigatonnen anfallen, umzusetzen. Viele technische Verfahren versprechen eine Reduktion des CO2-Haushaltes, Solares Radiation- Management könnte das Einbringen von Sonnenlicht vermindern. CO2-Einbringung in geologische Speicher, Luftabsorber, BECCS u.v.m. können uns vor den schädlichen Auswirkungen bewahren, ohne dass wir begrenzende Maßnahmen in unserem Umgang mit der Natur oder unserem Leben benötigen würden. Alleine BECCS würde fünf Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entnehmen. Aber die dafür erforderliche Fläche für die 200 Mio. Hektar Plantagen würden ein Sechstel der gesamten Agrarfläche der Erde benötigen. (https://www.spektrum.de/news/koennen-wir-den-klimawandel-mittels-neuer-technologie-aufhalten/1609658)
B3: Techn. Maßnahmen benötigen gewaltige Veränderungen: Das bedeutet, dass für alle diese Maßnahmen gewaltige Veränderungen erforderlich sind, viele der Maßnahmen sind noch nicht ausgereift und es sind wenig bis keine Erfahrungen auf die weiteren Folgen und Einflüssen auf unseren Planeten vorhanden. Das wäre ähnlich, als würden wir ohne ausreichende Versuche am Herzen des Menschen operieren. Am Beispiel Geoengineering wird auf vielen Ebenen geforscht. Um den CO2-Haushalt zu verringern wird in die Atmosphäre eingegriffen z.B. durch SRM-Solar Radiation Managment, das zur Verringerung der Sonneneinstrahlung führt durch gewollte atmosphärische Verdunklung oder Reflexion. Das bedeutet aber auch starken Einfluss auf die Lebensbedingungen der betroffenen Gebiete, Landwirtschaft, Wachstum und Regeneration der Pflanzen. Auch wenn Sonnenlicht aus klimatischer Sicht der Erwärmung nicht immer gut ist, das Leben auf unserer Erde benötigt die Sonne. Ohne Sonne kein Leben. Aus diesem Grund muss sich in manchen Bereichen unsere Lebensweise ändern, diesmal aufgrund der angewendeten Technik. Die meisten der Änderungen haben auch positive Seiten und tragen zu einer besseren lebensqualität bei.
B4: Der Zeitraum für Dekarbonisierung ist wichtig, daher auch techn.Maßnahmen tlw. notwendig: Richtig ist, dass z.B. nur durch natürliche Aufforstung die Sauerstofflunge unseres Planeten nicht gefüllt und der CO2-Abbau nicht erreicht würden. Auch spielt der Zeitraum eine große Rolle. Bis 2050 mit den CO2-Abgasen auf Null zu kommen, wird schwer möglich sein. Es gibt Bereiche, wo es nur schwer möglich sein wird oder auch gar nicht sein wird, wirklich auf Null zu kommen. Und diese Restemissionen müssen wir mit irgendetwas anderem ausgleichen, und das kann natürlich Aufforstung sein oder andere Elemente in der Landnutzung. Entwaldungegn aus Gründden anderwertiger Landnutzung müsste stark eingeschränkt werden. Waldbestände gehen ohnehin durch viele Brände, Dürre und Umweltkatastrophen 100-hektarweise verloren. Generell müsste die Welt, wie viele Wissenschaftler betonen, zuerst den Raubbau an der Natur stoppen, bevor eine nennenswerte Aufforstung, der Jahrzehnte dauert, möglich ist. Nach Schätzung der NASA könnten Schutz und Ausbau der Waldflächen jährlich bis zu 2,5 Milliarden Tonnen CO2 binden. Da die Bäume stehen bleiben sollen, muss im Lauf der Zeit immer mehr Fläche für diese Methode reserviert werden, da die CO2-Emissionen pro Jahr mehr Fläche benötigen. Aus diesem Grund könnte es notwendig sein, dass wir, je nachdem, wie viel wir brauchen, technische Möglichkeiten einsetzen müssen. So sind im industriellen Bereich als CO2-Verursacher die Stahlindustrie als wietaus größter Verursacher festzumachen. Anschließend folgen die chemische Industrie und die Zementindustrie. Bei der Stahlindustrie wird auf Wasserstoffals Ersatz für fossile Brennstoffe gesetzt, bei der Zementindustrie sind zwei Faktoren ausschlaggebend. Erstens die Erhitzung und zweitens die Ausscheidung von CO2 durch das Brennen des Gesteins. Ersteres ist durch Ersatz, Zweiteres nur durch Absaugung und (möglicherweise) Speicherung es CO2 zu bewältigen. (https://web.de/magazine/wissen/klima/technologien-klima-retten-38143472)
B5: Entscheidungsfrage für geotechn. Maßnahmen problematische und ungeklärt In diesem Fall wird es die große Frage sein, wer darüber entscheidet, ob und welche Maßnahmen eingesetzt werden dürfen, wie lange, und wann. Wer legt die Regeln fest? Ist es die Weltgemeinschaft? Bisher gibt es dazu kein Abkommen oder Vereinbarungen. Die wesentlich nachhaltigste und kostensparende Methode ist daher im Bereich des derzeitigen Umganges mit Ressourcen, Abgasen, Verbräuche und Konsum zu suchen - also durch Einsparung bei der Verwendung. Nicht alle Maßnahmen sind nur einschränkend, sondern können sogar dazu führen eine besseres Lebensqualität zu haben (z.B.weniger Verkehr, Abgase, geringerer Müll, größere Artenvielfalt etc).
B6: Solar Radiation Management (SRM) als eine Form des Geoengineering zur Abmilderung der Auswirkungen des Klimawandels kann bestenfalls als Übergangslösung angesehen werden:
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SRM konzentriert sich auf die Symptome des Klimawandels – die steigenden globalen Temperaturen – ohne die eigentlichen Ursachen, nämlich die hohen Konzentrationen von Treibhausgasen in der Atmosphäre, zu bekämpfen. Solange die Emissionen nicht signifikant reduziert werden, bleibt die grundlegende Ursache des Klimawandels bestehen.
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Sollte die Anwendung von SRM abrupt gestoppt werden, könnten die Temperaturen rapide ansteigen, da die Treibhausgase, die während des SRM-Einsatzes weiterhin emittiert wurden, weiterhin in der Atmosphäre vorhanden sind. Dieser plötzliche Temperaturanstieg könnte schwerwiegende und schwer vorhersehbare ökologische Folgen haben.
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SRM könnte ausserdem unvorhergesehene Auswirkungen auf Wetter- und Klimasysteme haben, die schwer zu modellieren und vorherzusagen sind. Veränderungen in Niederschlagsmustern und potenzielle Auswirkungen auf die Biodiversität sind Beispiele für Risiken, die mit SRM verbunden sind.
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SRM bietet bestenfalls eine temporäre Abkühlung des Planeten. Es löst nicht das Problem der zunehmenden CO2-Konzentrationen, die langfristig ernste Auswirkungen haben, wie die Versauerung der Ozeane.
Aus diesen Gründen kann SRM nur als eine potenzielle kurzfristige und ergänzende Maßnahme betrachtet werden, die parallel zu umfassenden Anstrengungen zur Emissionsreduktion und Anpassung an den Klimawandel eingesetzt wird. Der Schwerpunkt muss weiterhin auf nachhaltigen Lösungen liegen, die die Treibhausgasemissionen an ihrer Quelle reduzieren.
Quellen:
- https://www.spektrum.de/news/koennen-wir-den-klimawandel-mittels-neuer-technologie-aufhalten/1609658
- https://web.de/magazine/wissen/klima/technologien-klima-retten-38143472
- https://www.riffreporter.de/de/umwelt/technik-glaeubigkeit-wissenschaft-fdp-solutionismus-klima-klimaschutz-technische-loesungen