Österreich ist Vorreiter im Klimaschutz
Argument: Österreich ist Vorreiter im Klimaschutz
Gegenargument: Österreich ist kein Klimamusterland - aber auch kein Schlusslicht in der EU
- Treibhausgasemissionen sind gleich geblieben: Trotz der Nutzung erneuerbarer Energien wie Wasser, Wind und Sonne, haben sich die Treibhausgasemissionen in Österreich in den letzten Jahrzehnten kaum geändert. Im Jahr 2021 waren sie etwa auf dem gleichen Niveau wie 1990. (Quelle: Klimadashboard) -International mittelmäßige Klimaschutz-Performance: Österreich liegt im Climate Change Performance Index im Mittelfeld und erreicht den 32. Platz unter 63 Ländern und der EU. Dies zeigt, dass Österreich im internationalen Vergleich nicht herausragend beim Klimaschutz ist.(Quelle:Climate Change Performance Index
- Stark wachsender Verkehrssektor: Der Verkehrssektor in Österreich wächst fast unvermindert und verursacht zunehmend Treibhausgasemissionen. Seit 1990 sind die Emissionen in diesem Bereich um etwa 50% gestiegen.
- Fehlendes Klimaschutzgesetz: Experten sehen ein neues Klimaschutzgesetz als Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele. Dieses Gesetz würde verbindliche und konkrete Ziele vorgeben, um die CO2-Emissionen zu verringern, liegt aber bisher auf Eis.
- Emissionswerte von importierten Produkten: Wenn man die Emissionen von importierten Produkten berücksichtigt d.h. anstatt nur die Emissionen von Gütern zu berechnen, die in Österreicht hergestellt werden, werden die Emissionen von allen Gütern berechnet, die in Österreich verbraucht werden, dann erhöhen sich die Emissionswerte um 50%. Die CO2-Bilanz Österreichs scheint also besser zu sein, als sie tatsächlich ist.
- Hoher Energieverbrauch: Österreich hat im Bereich “Energieverbrauch” nur den 51. Platz erreicht, was auf einen im internationalen Vergleich immer noch hohen Energieverbrauch hindeutet.
- Mäßiger Fortschritt bei erneuerbaren Energien: Obwohl Österreich im Bereich der erneuerbaren Energien auf Platz 19 liegt, wird kritisiert, dass das Tempo des Ausbaus, insbesondere bei der Windenergie, deutlich zu langsam ist.
Argumente gegen Österreich als EU-Schlusslicht beim Klimaschutz:
- Hoher Anteil erneuerbarer Energien: Österreich liegt bei der Nutzung erneuerbarer Energien in der EU an vierter Stelle. Besonders die Wasserkraft spielt hierbei eine große Rolle.
- Gute Position im internationalen Vergleich: Im Vergleich zu vielen anderen Ländern steht Österreich beim Klimaschutz relativ gut da. Es ist zwar nicht führend, aber auch nicht das Schlusslicht.
- Exporteur erneuerbarer Energie: Österreich ist ein anerkannter Exporteur von Technologien zur Herstellung erneuerbarer Energie und leistet somit einen Beitrag zum globalen Klimaschutz.
- Bemühungen um Reduzierung der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen: Es gibt Bestrebungen, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren, was langfristig positive Auswirkungen auf den Klimaschutz haben könnte.
- Erneuerbare Energie deckt den Großteil des Strombedarfs: Im Sommer können bis zu 100% des Stromverbrauchs in Österreich durch erneuerbare Energien gedeckt werden.
Diese Zusammenfassung zeigt, dass Österreich in einigen Bereichen gute Fortschritte beim Klimaschutz gemacht hat, aber in anderen Bereichen noch deutlich hinter den Zielen zurückbleibt.
Quellen:
Standard, 26.12.2023 Standard, 06.09.2022 Standard, 08.12.2023