Erneuerbare Energie gefährdet die Versorgungssicherheit
Argument: Es gibt genügend Wasserkraft und wir haben dadurch einen hohen Anteil an klimaneutraler Energie. Windräder verunstalten die Naturlandschaft. Der PV-Anteil ist so gewachsen, dass die Netze zusammenbrechen drohen und keine Versorgungssicherheit gegeben ist.
Gegenargument:
- Botschaft 1: Versorgungssicherheit ist gegeben
- Botschaft 2: Umstellung notwendig, ist aber Kraftakt
- Botschaft 3: Energieverbrauch in Österr. leicht gesunken
- Botschaft 4: Verteilernetze sind zentraler Punkt
- Botschaft 5: Mehr Anstrengungen und Akzeptanz der Bevölkerung sind erforderlich
Der Überbegriff Versorgungssicherheit inkludiert neben der Versorgungssicherung auch die Versorgungsqualität, welche sich allgemein in Versorgungszuverlässigkeit, Spannungsqualität, operative Versorgungssicherheit und kommerzielle Qualität (Dienstleistungen) untergliedert. Eine tiefgehende Diskussion über das Thema Versorgungssicherheit erfordert ein allgemein gültiges Verständnis über die Definition des Begriffes. Je nach Schwerpunktsetzung gibt es unterschiedliche Definitionen der EU-Kommission, der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie des Europäischen Parlaments. Die E-Control geht von folgender Definition aus:
“Versorgungssicherheit bedeutet, dass Verbraucher Energie mit definierter Qualität beziehen
können, zu dem Zeitpunkt, wenn sie diese benötigen, und zu kostenorientierten und transparenten
Preisen.”
B1: Versorgungssicherheit ist gegeben
In der derzeitigen Situation ist eine hohe Versorgungssicherheit gegeben. Diese ist durch einen
Energiemix aus erneuerbaren und auch konventionellen Energieträgern gegeben.
https://www.wko.at/energie/strom-gas-oel-netze
B2: Umstellung notwendig, ist aber Kraftakt
Um sämtliche Energie auf erneuerbare Energie umzustellen, sind bei Gewährleistung der
Versorgungssicherheit große Anstrengungen zu setzen. Leider wird meist nur die elektrische
Energie in diesen Überlegungen betrachtet. Hier erreicht Österreich eine Quote von 63,5%.
Nicht eingerechnet sind die doch hohen Verbräuche an Energie aus Gas-, Öl- und auch Kohle.
Um diese zu ersetzen sind weitreichende Maßnahmen zu setzen. Als Alternativen gelten
Sonnenenergie (PV), Wasserstoff, Windkraft, Geothermie, Speichertechnologien, Biogas etc..
Wesentlich für eine Versorgungssicherheit ist die immer aktuelle Verfügbarkeit und damit auch
die Stabilität der Versorgungsleitungen.
B3: Energieverbrauch in Österr. leicht gesunken
Der Endenergieverbrauch 2022 mit 1.066 PJ teilt sich in einen Anteil Erneuerbarer Energie:
33,8% und nicht erneuerbarer von 64,2% auf. Die derzeitige Auslandsabhängigkeit beträgt 74,5%.
Nicht erneuerbare Energie ist z.B. Kohle mit 7,6%; Öl mit 34,5%; Gas mit 22,7%;
Nettostromimporte 1,9% (Stand 2021). D.h. ca. 40% der Gesamtenergie ist entweder
ökologisch oder anderen Energiequellen zuzuschreiben. Defacto können ca. 50-55%
fossiler Energie als Importenergie festgestellt werden. Die Abhängigkeit von Russlands
Gas ist auf wenige % geschrumpft, da es ersetzt wird durch alternative Quellen. Im Hinblick
auf die Nachfrage nach Gas ist der derzeitige Speicherstand bei >96%.
(https://bmk.gv.at/Energie_in_OE2022_UA.pdf)
B4: Verteilernetze sind zentraler Punkt
Als wesentlich stellt sich die Frage ob zentrale oder dezentrale Versorgungen (elektrischer
Energie) versorgungssicherer sind. Dezentrale Energieversorger können sich weitgehend selbst
versorgen, sind aber in der Einbindung in das öffentliche Energienetz schwieriger. Zentrale
Versorgung ist üblich, kann aber schwer die Vorteile der dezentralen Energieaufbringung
kompensieren. Die Stabilität des Stromnetzes ist grundsätzlich problematisch, da derzeit
bei immer steigenden dezentralen Strom-Einspeisern, nicht ausreichende Stromleitungen
vorhanden sind. Eine Verbesserung ist dringend erforderlich.
B5: Mehr Anstrengungen und Akzeptanz der Bevölkerung sind erforderlich
Um den gesamten Energiebedarf in Österreich klimaneutral zu decken, sind noch weitreichende
Maßnahmen zu setzen. Bspw. ist die Windkraft noch stark ausbaufähig, scheitert aber an der
gesellschaftlichen und politischen Akzeptanz. Hier werden Argumente angeführt, die
realitätsfremd sind weil diese in keiner Relation mit der Zeitschiene sind, die erforderlich
ist um die gewünschten Ziele zu erreichen.